PolitTalk: Unseren Vereinen Sorge tragen

Wil steht vor grossen finanziellen Herausforderungen. Sparmassnahmen sind ohne Zweifel nötig, aber nicht überall sinnvoll. Auch wenn der Druck gross ist: Man darf nicht vergessen, wo mit wenig Geld besonders viel bewirkt wird: in unseren Vereinen.

Ob Sport, Kultur oder Jugendorganisationen – sie alle leisten einen unschätzbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. In Vereinen begegnen sich Menschen aller Generationen, Herkunft und Lebenslagen. Hier entstehen Freundschaften, es wird Verantwortung übernommen und gemeinsam etwas bewegt. Wer einmal erlebt hat, wie viel Herzblut in Trainings, Proben, Veranstaltungen oder Lagern steckt, weiss, dass diese Arbeit weit über das hinausgeht, was man mit Geld aufwiegen kann.

Kinder und Jugendliche finden Halt, ältere Menschen bleiben aktiv, und neue Wilerinnen und Wiler werden Teil der Gemeinschaft. Unsere Vereine füllen unsere Stadt mit Leben und schaffen Begegnungen – etwas, das in unserer Zeit wichtiger ist denn je.

Bereits werden erste Rufe nach Kürzungen laut. Meiner Meinung nach wäre es jedoch falsch, bei Vereinsbeiträgen oder der Infrastruktur den Rotstift anzusetzen. Die städtische Unterstützung ist im Verhältnis klein, ihre Wirkung aber enorm. Wer heute bei den Vereinen spart, riskiert, morgen viel mehr zu verlieren – nämlich ehrenamtliches Engagement, Motivation und die Verbundenheit der Menschen mit unserem Städli Wil.

Wil braucht solide Finanzen – aber ebenso Orte, die uns verbinden. Unsere Vereine sind solche Orte: Sie verdienen nicht Kürzungen, sondern weiterhin Anerkennung und Unterstützung.

Michael Sarbach

Kantonsrat, Fraktionspräsident GRÜNE prowil

Wiler Nachrichten, 6.11.2025

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